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TitelJodblockade der Schilddrüse bei kerntechnischen Unfällen
Autor(en)Rendl, Johann/ Reiners, Christoph/
Schlagwort(e)Strahlenrisiko kerntechnische Unfälle Jodblockade der Schilddrüse
Heft/Jahr3/1999
Seite/Seitenzahl41/8
AbstractIm Gefolge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kam es zu einem deutlichen Anstieg des Schilddrüsenkarzinoms bei Kindern in Weißrussland, der Ukraine und Russland, was auf einen kausalen Zusammenhang mit den großen Mengen an radioaktiven Jodisotopen schließen lässt, die dabei frei wurden. Aufgrund der Erfahrungen von Tschernobyl hat die Strahlenschutzkommission (SSK) in ihrer Empfehlung vom Februar 1996 beschlossen, die Eingreifrichtwerte auf der Basis der WHO-Empfehlungen von 1989 zu senken und auch das von der WHO vorgeschlagene Konzept zur Jodblockade der Schilddrüse bei kerntechnischen Unfällen zu übernehmen. Tierexperimentelle Studien und theoretische Überlegungen zeigen, dass man die Schilddrüse mit Kaliumjodit (KI) in einer Dosierung von etwa 1,4 mg KI pro kg Körpergewicht effektiv blockieren kann, um die Strahlenexposition der Schilddrüse durch Radiojod zu reduzieren, vorausgesetzt, man verabreicht das KI innerhalb von 2 h nach der Exposition. Aufgrund des neuen Konzepts sollten Personen über 45 Jahren keine Jodtabletten mehr erhalten, da mit zunehmendem Alter das Risiko durch die Blockade selbst wegen der in dieser Altersgruppe häufigen funktionellen Autonomie der Schilddrüse größer ist als das Strahlenrisiko. Auf der Basis der angenommenen Unfallszenarien und des neuen Konzepts der SSK werden geeignete Verteilungs- und Bevorratungsmaßnahmen für Jodtabletten vorgeschlagen und diskutiert.

 

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